Angst um Dragon Age 4: Noch ein RPG oder schon "Game as a Service"? (Kolumne)

Im kommenden Jahr feiert Dragon Age seinen zehnten Geburtstag - und ich hoffe, die Serie wird dieses Jubiläum auch unbeschadet erreichen. Als Dragon Age: Origins im November 2009 erschien, habe ich das Spiel zunächst nicht wirklich beachtet. Ich hatte hier und da einen Artikel darüber gelesen, aber so richtig "Klick" machte es nicht. Erst einige Zeit später tätigte ich meinen bisher wohl besten Spiele-Spontankauf. Inzwischen gehört Dragon Age zu meinen absoluten Lieblingsuniversen. Ich habe jedes der drei Spiele mehrfach durchgespielt, alle Romane sowie Comics verschlungen und sogar die beiden dicken Bände von "The World of Thedas" durchgewälzt. Die Welt und ihre Charaktere liegen mir schon ganz besonders am Herzen. Mit der Aussicht, dass Bioware über drei Jahre nach Inquisition inzwischen recht offen über einen vierten Teil der Reihe spricht, sollte ich eigentlich voller Vorfreude auf die Zukunft blicken.

Mit Origins hat vor beinahe zehn Jahren alles angefangen, aber ich mache mir Sorgen um die Zukunft.Mit Origins hat vor beinahe zehn Jahren alles angefangen, aber ich mache mir Sorgen um die Zukunft. Quelle: Bioware Ich kann es aber nicht. Viel hat sich in der Industrie der Blockbuster-Spiele verändert in den letzten Jahren. Vieles leider nicht zum Positiven. Es ist schon fast unglaublich, aber wir haben inzwischen einen Punkt erreicht, an dem Fans Angst vor einer bevorstehenden Ankündigung eines neuen Teils ihrer Lieblingsserie haben. Gerade Bioware-Anhänger sind da seit Mass Effect: Andromeda vorbelastet. Ja, ich habe wirklich Angst vor der Ankündigung von Dragon Age 4 . Denn was sich in den letzten Jahren vor allem Electronic Arts aber auch viele andere Vertreter der sogenannten AAA-Industrie auf die Fahnen geschrieben haben, lässt mich stark daran zweifeln, dass das nächste Dragon Age noch ein Dragon Age sein wird, an dem ich soviel Freude haben werde wie mit den ersten drei Teilen.

Ich rede dabei nicht von den Veränderungen im Spieldesign, die die Reihe seit Origins durchgemacht hat und die von vielen Spieler teilweise stark kritisiert wurde. Ich habe jedes der drei Spiele mit seinen Eigenheiten und auch Makeln immer außerordentlich gemocht. Dragon Age: Inquisition hat mir schon zu Release deutlich mehr gefallen als den meisten Nörglern. Nach vier kompletten Durchgängen steht es in meiner Gunst heute noch höher als je zuvor. Das wurde mir vor allem nach dem enttäuschenden Mass Effect: Andromeda besonders bewusst. Im Vergleich zeigte sich einfach wie viel mehr Liebe, Herzblut, Fanservice und Detailverliebtheit in Inquisition geflossen ist, was ich damals ja auch in einer Kolumne aufgegriffen habe. Schon allein diese Zeilen hier zu schreiben, weckt in mir wieder die Lust noch einmal durch Inquisition zu spielen. Allein die fehlende Zeit hindert mich immer wieder daran. Im Gegensatz zu diversen Nörglern fand ich auch Dragon Age: Inquisition klasse. Es war vollgestopft mit Detailverliebtheit, Fanservice und großartigen Momenten.Im Gegensatz zu diversen Nörglern fand ich auch Dragon Age: Inquisition klasse. Es war vollgestopft mit Detailverliebtheit, Fanservice und großartigen Momenten. Quelle: PC Games

Düstere Aussichten

Was mich für die Zukunft einer meiner Lieblingsserien viel mehr beunruhigt, ist das gesamte Geschäftskonzept basierend auf Mikrotransaktionen und Lootboxen, das seit einiger Zeit die Doktrin von Electronic Arts zu sein scheint. Der uneingeschränkte Fokus auf die sogenannten "Games as a Service" ist etwas, das sich nicht mit meiner Vorstellung von einem tollen Dragon-Age-Rollenspiel vereinbaren lässt. Besonders die offenbare Sturheit Star Wars: Battlefront 2 hat gezeigt, wie EA immer weiter die Grenzen des Machbaren auslotet.Star Wars: Battlefront 2 hat gezeigt, wie EA immer weiter die Grenzen des Machbaren auslotet. Quelle: PC Games von EA lässt mich zweifeln, dass dieser Kelch an DA4 vorüber gehen wird. Nach dem gewaltigen Aufschrei der Spieler gegen die Lootboxen und das darum entwickelte Progressions-System in Star Wars: Battlefront 2 rückt der Publisher trotzdem keinen Schritt von seinem eingeschlagenen Weg ab. Erst kürzlich bekräftigten die Manager des Konzerns in ihrem Quartalsbericht, dass Live-Service und Mikrotransaktionen so schnell nicht verschwinden werden. So wird das kommende Anthem von Bioware mit ziemlicher Sicherheit auch irgendeine Form von Mikrotransaktionen enthalten, vermutlich sogar wieder mit Lootboxen. So scheint es jetzt erst einmal Standard für kommende EA-Spiele zu sein.

Auch die Aussagen von EAs Patrick Söderlund dazu, dass Singleplayer-Spiele mit einer vorgegeben Spielzeit und festem Ende heute nicht mehr so gefragt seien, geben mir nicht gerade Zuversicht. Klar dominieren seit einigen Jahren die Overwatchs, PUBGs und GTA Onlines dieser Welt das Geschehen. Dennoch glaube ich, dass gut gemachte Einzelspieler-Erlebnisse ohne irgendwelchen Firlefanz durchaus ihren Platz haben. Bei entsprechender Qualität verkaufen sich diese Spiele auch ordentlich. Und genau das wünsche ich mir eigentlich auch von einem Dragon Age. Ein packendes Rollenspiel mit tollen Charakteren und einer spannenden Geschichte. Ohne Mehrspieler-Schnick-Schnack, ohne zwielichtige Bereicherungsoptionen für den Publisher. Aber ich fürchte, dass die Gier von EA auch vor Dragon Age nicht halt machen wird. Abschreckendes Beispiel war im letzten Jahr unter anderem Mittelerde: Schatten des Krieges, das dem Spieler ständig seine kaufbaren Orcs andrehen wollte und in der Schlussphase offensichtlich auch so entworfen wurde, dass der Spieler in seiner Motivation die Geldbörse zu zücken bestärkt wurde.

Als erstes sehr schlechtes Zeichen empfand ich ja schon den Abschied von Mike Laidlaw von Bioware im vergangenen Oktober. Als Creative Director und Lead Designer war er von Anfang an maßgeblich an der Erschaffung dieses Universums beteiligt. Ich kann nicht behaupten, seine Gründe für den Weggang zu kennen, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass seine kreativen Vorstellungen von Dragon Age nicht mit den Plänen von EA in Einklang zu bringen waren.

Reboot für Live-Elemente

Der eigentliche Auslöser für meine derzeit sehr sorgenvollen Gedanken zur Zukunft von Dragon Age war natürlich der Artikel von US-Journalist Jason Schreier auf Kotaku vor einigen Tagen. Darin ging es zwar hauptsächlich um Anthem und darum, wie Bioware fast alle zur Verfügung stehenden Ressourcen für dessen Entwicklung einspannt. In einem Absatz macht Schreier allerdings auch Aussagen zum nächsten Dragon Age, die nicht nur mich in Aufruhr Das Fans von einem Dragon Age etwas anderes erwarten, als mit den Live-Service-Fantasien von EA in Einklang zu bringen ist, hat schon der kaum beachtete Mehrspieler-Modus von Inquisition gezeigt.Das Fans von einem Dragon Age etwas anderes erwarten, als mit den Live-Service-Fantasien von EA in Einklang zu bringen ist, hat schon der kaum beachtete Mehrspieler-Modus von Inquisition gezeigt. Quelle: Bioware versetzt haben. Demnach sei irgendwann im vergangenen Jahr ein Reboot des Konzepts von Dragon Age 4 vorgenommen worden, um mehr "Live-Elemente" darin unterzubringen. Genau das, was ich in so einem Spiel überhaupt nicht haben will. Aber dass dem EA-Management die Kernzielgruppe ihrer Marken völlig egal ist, haben sie ja nun bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Man gewinnt den Eindruck, dass die Entscheider bei den großen Publishern nicht verstehen, warum bestimmte Spiele und Reihen bei den Fans so gut angekommen sind.

Als Reaktion auf den Artikel versuchte Bioware-Chef Casey Hudson auf Twitter den Fans ihre Sorgen zu nehmen. Er spricht davon, dass "Live" im Falle von Dragon Age nur bedeute, dass das Spiel nach Abschluss der Hauptgeschichte mit weiteren Storyinhalten versorgt wird. Aber wirklich überzeugt hat mich diese Aussage nicht. Auch die bisherigen Spiele hatten Add-ons und Story-DLCs. Es bräuchte also kein Reboot des Konzeptes, um mehr "Live-Elemente" unterzubringen. Ich glaube auch nicht, dass Casey Hudson sonderlich viel gegen die Vorgaben aus dem EA-Hauptquartier ausrichten kann. Es gibt also derzeit genug Gründe für berechtigte Zweifel daran, dass Dragon Age 4 noch ein Rollenspiel wird, wie ich es von der Marke erwarte. Und wie ich schon weiter vorne schrieb, habe ich derzeit eher Angst vor der offiziellen Ankündigung des Spiels. So wie sich die Situation derzeit bei Electronic Arts darstellt, wäre es mir lieber, sie würden kein weiteres Spiel machen. Ich behalte lieber die tollen Erlebnisse in meiner Erinnerung, als mir das Universum durch Live-Service, Mikrotransaktionen und Lootboxen völlig ruinieren zu lassen.

Dragon Age 4: Wenn Vorfreude der Angst vor der Ankündigung weicht - Kolumne. (1)

01:27
Dragon Age: Inquisition - Trailer zur GotY-Edition

Spielecover zu Dragon Age: Inquisition

Dragon Age: Inquisition

VonMatthias Dammes
Redakteur
02.02.2018 um 09:30 Uhr

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