Gott schütze die USA, denn mit der F35 wird sich die USA nicht selbst schützen können

Das F35-Programm, das in fortgesetztem technischem Desaster sein Dasein fristete, geht weiter wie bisher. Mehr als 1000 noch immer ungelöste Mängel machen aus dem Desaster-Flieger eine Gefahr für den Piloten – statt für den Feind.

Von Viribus Unitis

Letzte Woche kam ein neuer Jahresreport bezüglich des F35-Programmes heraus, der an das Pentagon und den Kongress ging. Die US-Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete darüber. Was man weiter beachten sollte: In Deutschland wird nach einem Tornado- Ersatz gesucht – die F35 ist im Gespräch, in Österreich will man angeblich die Eurofighter loswerden, als Ersatz ist die F35 im Gespräch.

Die Bemühungen, die Zuverlässigkeit der F35 zu verbessern, stagnieren, so der Report. Darin teilte Robert Behler, der neue Direktor für operative Tests mit, dass “around 50 percent, a condition that has existed with no significant improvement since October 2014, despite the increasing number of aircraft.” Ergo: Seit Oktober 2014 gab es keine signifikanten Verbesserungen.

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Mittlerweile will niemand mehr zu den immer noch bestehenden Mängeln Stellung nehmen. Joe Dealla Vedova, Sprecher des F35-Programms für das Pentagon und Lockheed- Sprecherin Carolyn Nelson wollten sich nicht zum neuen Report äußern.

Fast grotesk mutet es an, wenn der Mangel an Ersatzteilen angesprochen wird. Grotesk deshalb, weil Flugzeughersteller Lockheed Martin Unsummen für die F35 von der US-Regierung bekommt und trotz dieser gigantischen Gelder nicht in der Lage ist, eine korrekte Ersatzteilversorgung sicherzustellen.

Das Ersatzteilproblem wird noch durch den Umstand verschlimmert, dass das interne Diagnostik-System, das Fehler analysiert und meldet (so etwas gibt es heute schon in jedem Auto) falsche Fehlermeldungen macht und falsche Teile als kaputt meldet. Dadurch werden eigentlich funktionierende Teile ausgetauscht, zur Reparatur geschickt, obwohl sie funktionieren, womit als Resultat das gesamte Reparatursystem überlastet wird.

Die F35-Software hat bereits 31 Modifizierungen hinter sich und gilt noch immer nicht als Einsatzfähig, weil sie noch immer “key remaining deficiencies” (zentrale verbliebene Mängel) hat, wie der Report mitteilt. Die Endversion der Software – 3F genannt – wird vermutlich noch immer Defizite haben. „Shortfalls in the capabilities the F-35 needs in combat against current threats” wie der Report darstellt.

Angeblich soll bis 2019 das Problem gelöst werden, so dass die Software korrekt die „mission data loads“ umsetzt, um so eine eindeutige Identifizierung zu ermöglichen, ob die empfangenen Radardaten nun von eigenem US-Radar kommen, oder von russischen, syrischen oder chinesischen Radar-Stationen und Kampfeinheiten, die der F35-Pilot eigentlich bekämpfen sollte. Momentan kann er keine Radarstationen bekämpfen, weil er nicht weiß ob es ein eigenes US-Radar oder ein Feind-Radar ist.

Der Report spricht auch “key technical deficiencies” (zentrale technische Mängel) an. Die Art und der Typ der Mängel werden nicht genannt, jedenfalls Mängel die den korrekten Einsatz der AIM-120 AMRAAM Luft-Luft-Raketen beeinträchtigen und auch der Einsatz von Luft-Boden-Waffen (Raketen bzw. Bomben) ist durch die gleichen Probleme beeinträchtigt.

Der Helm für die Piloten des F35 – Stückpreis 400.000 Dollar – ist noch immer fehlerhaft: das integrierte Display kann die erforderlichen Daten noch immer nicht korrekt darstellen.

Die Reifen der F35-Version für das Marine-Corps sind alles andere als ausdauernd – Ausfälle wegen Reifenproblemen sind an der Tagesordnung.

Nach Problemen mit dem Luftbetankungs-System bekommt nur die F35B der Marines und die F35C der Navy Luftbetankungs-Möglichkeiten. Die F35 der Air Force wird ohne Luftbetankungsmöglichkeit auskommen müssen. Das schränkt den Aktionsradius des Flugzeuges erheblich ein. Luftbetankung ist für alle Kampfflugzeuge rund um den Globus – gleich welcher Hersteller, gleich welches Land – eine Grundausstattung, über die man nicht mal mehr spricht, die hat man einfach. Die F35 der US-Air Force wird sie nicht haben. Was für ein Desaster.

Ungefähr 1000 (sic!) ungelöste Mängel sind noch am Flugzeug, dazu gehören die neueste Version der Software, das Haupt-Flug-Wartungssystem (ALIS), das zentral ist, um die F35 flugfähig zu halten und andere Mängel, “will likely have a cumulative effect”, werden also einen kumulierenden Effekt bezogen auf die Einsatzfähigkeit des Flugzeuges haben.

Man bedenke, ein Fehler kommt zum anderen. Eine Fehlfunktion beeinträchtigt nicht nur sich selbst sondern auch anderes Systeme … führt zu weiterführenden Fehlfunktionen … und so weiter.

Jene Tests, die feststellen sollten, in welcher Weise das Flugzeug welche Kampfkraft in der Lage ist zu bringen, diese Tests werden wohl nicht vor Dezember 2019 abgeschlossen sein. Bedenkt man die ständigen Verzögerungen im Programm, und die noch offenen und zu behebenden 1000 Mängel, so ist dieser Termin wohl als optimistischer Wunschtermin zu werten.

Pentagon-Offizielle, wie der neue stellvertretende Verteidigungsminister Patrick Shanahan (vorher Vize-Präsident bei Boeing) und die neue Pentagon-Chef-Waffeneinkäuferin Ellen Lord (sie war vorher CEO bei Textron), und ist nun im Pentagon für Einkauf, Technologie und Logistik zuständig, haben herausgestellt, dass die Kosten für das Programm gesenkt werden sollten. Die 406,5 Milliarden Dollar Projekt-Beschaffungskosten sollten ebenso gesenkt werden, wie die 1,2 Billionen Dollar für den operativen Support bis 2070.

Man könnte fast meinen, Trump hätte die Lockheed-Konkurrenz, also Boeing und Textron, installiert, damit sie den Geldfluss an Lockheed einbremsen. Lockheed hatte bisher viel Geld bekommen und nur minderwertige Qualität geliefert. Viel Geld für eigentlich wenig bis nichts. Trump will das offensichtlich ändern. Lockheed sollte wohl verpflichtet werden, für Geld auch Qualität zu liefern. Unter Obama war für Lockheed die Qualität kein Problem, unter Trump wird Lockheed nun offensichtlich zur Qualität verpflichtet.

Sollte Lockheed den Qualitätsanforderungen des Pentagon nicht nachkommen, so hat Boeing auf die Schnelle die F/A 18 Super Hornet an der Hand, um die US- Streitkräfte mit einem guten Flugzeug zu versorgen. Boeing, als Erbe von McDonnel Douglas, könnte auch die alte und noch immer sehr brauchbare und gute F15 in einem Evolutions-Entwicklungs-Programm zu neuen Technologischen Ufern führen – als F35 Ergänzung oder Ersatz.

Insgesamt sollten mehr als 600 F35 gebaut werden, das ist sehr viel weniger, nur 25 Prozent der Stückzahl, die ursprünglich geplant war. Nach alten Plänen sollten 2.465 Stück beschafft werden. Bisher wurden schon 265 F35 an die US-Streitkräfte ausgeliefert – also bleiben noch etwa 400 zur Lieferung an die US-Streitkräfte zu bauen.

In einem früheren Statement hatte Lockheed-Sprecherin Nelson noch mitgeteilt, die 66 in 2017 von Lockheed ausgelieferten F35 seien “more than a 40 percent increase from 2016, and the F-35 enterprise is prepared to increase production volume year-over-year to hit full rate of approximately 160 aircraft in 2023.”

Gott schütze die USA, denn mit der F35 wird sich die USA vermutlich nicht selbst schützen können.

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